Der Gamsbart – das Prachtstück eines bayerischen Mannes

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Auf der Wiesn ist so ein Gamsbart ja schon noch ein Hingucker und wenn MANN sich traut, dann werden auch die größten und prunkvollsten Glanzstücke ausgepackt und an den Hut gesteckt. 

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Der Willi mit seinem Prunkstück

Dass der Gamsbart nicht immer am Hut steckt, hat den Hintergrund, dass das Schmuckstück sehr wertvoll ist und je nach Größe (Länge) bis zu 10.000 Euro kosten kann. 

Aber aus was besteht so ein Gamsbart eigentlich und warum ist er so teuer?

Der Hutschmuck wird nicht aus den „Barthaaren“ der Gämsen gewonnen sondern aus den Rückenhaaren, auch „Aalstreif“ eines Gamsbockes büschelförmig oder auch fächerartig gebunden.

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Ein Gamsbock (Quelle:http://www.jagdschule-alb-donau.de/)

Dieses Wildhaarbartbinden ist eine hohe Kunst, wobei für einen Gamsbart am Anfang Haare von bis zu 20 verschiedenen Gamsböcken nach Farbe und Struktur sortiert werden. Bevorzugt werden dabei die Haare von Tieren aus kühleren Gebieten verwendet, da diese die ideale schiefgraue Farbe haben. Die Spitzen müssen jedoch weiß sein und damit einen „Reif“ haben. 

Für einen großen Bart werden ca. 450 Büschel mit jeweils 300 Haaren gebunden, d.h. man braucht bis zu 135.000 Haare. Das Binden selbst ist eine Kunst für sich, da der Bart idealerweise sehr gleichmäßig und ohne Lücken fallen sollte. Wir haben euch hier ein Video verlinkt wo die aufwendige Technik genau beschrieben wird.

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Der Gamsbart vom Willi hat auch einen sehr schönen „Reif“.

 

Entscheidend für den Preis eines Bartes ist die letztendlich Länge. Ein Bart von ca. 15 cm kostet die Hälfte von einem mit 18 cm. Selten sind Gamsbärte mit einer Länge von 20 cm oder länger zu sehen. Der Preis für diese beginnt bei 5.000 Euro und hat nach oben keine Grenzen. Somit kann man schon sagen, dass so ein Gamsbart ein Zeichen für einen waschechten Bayern (ok oder auch Österreicher ;)) ist, denn die Wiesn-Touristen kaufen sich vielleicht noch eine richtige Hirschlederne aber bei 2.000 Euro für den Hutschmuck ist dann meistens die Schmerzgrenze erreicht. 

Traditionell wird der Gamsbart wie auch das Charivari vererbt. 

 

Männer, es gilt also doch: Je größer desto besser 😉

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